Zitate Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz:
„Kommen Krisen hinzu, gehen die Steuereinnahmen runter. So einfach ist es leider. Seit der Steuerschätzung im Oktober hat sich keine geopolitische Krise gelegt, sondern mit dem Iran-Krieg kam eine weitere hinzu. Die Folgen spüren Verbraucher wie Haushälter gleichermaßen.“
„Auf die geopolitische Lage hat auch die Bundesregierung nur sehr begrenzt Einfluss. Umso wichtiger wäre, dass sie tut, was in ihrer Macht steht. Ich hoffe sehr, dass die Bundesregierung schnellstmöglich alle Signale auf Wachstum stellt. Man möchte allen Handelnden zurufen: It’s the economy, stupid.“
„Die Steuerschätzung trifft leider auch die Kommunen erneut hart. Als Land werden wir weiter verlässlicher Partner sein und unsere milliardenschweren Zahlungen trotz unserer eigenen Belastungen stemmen. Mehr geben können wir leider nicht. Umso wichtiger ist es, die im Zukunftspakt gemeinsam erarbeiteten Lösungen im Blick zu behalten, damit die Belastungen für die Kommunen gesenkt werden können.“
Fragen und Antworten
Zu welchem Ergebnis kommt die aktuelle Steuerschätzung für Hessen?
Das Land Hessen kann aktuell von Steuereinnahmen für den Landeshaushalt von rund 27,8 Milliarden Euro für 2026 und von rund 29,5 Milliarden Euro für 2027 ausgehen.
Für 2026 würde das ein Minus von 365 Millionen Euro gegenüber der Steuerschätzung aus dem Oktober 2025 bedeuten. Da im Haushalt 2026 einige Belastungen bereits vorausschauend eingerechnet wurden, fällt das Minus gegenüber dem aktuellen Haushalt etwas geringer aus: Es liegt dennoch bei 235 Millionen Euro.
In den Folgejahren schreiben sich die beträchtlichen Steuerausfälle für das Land fort. Sie liegen bis 2030 bei rund 350 Millionen Euro pro Jahr verglichen mit der vorherigen Steuerschätzung, bei rund 150 bis 200 Millionen pro Jahr verglichen mit der vorsichtigeren Finanzplanung des Landes.
Das Land hatte im Haushalt 2026 und in der Finanzplanung für die kommenden Jahre bereits Steuerrechtsänderungen zur Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie und die Erhöhung der Entfernungspauschale sowie Mindereinnahmen durch das Aktivrentengesetz berücksichtigt. Diese Punkte waren allerdings in der Steuerschätzung im Oktober 2025 noch nicht enthalten, da sie zum Zeitpunkt der Schätzung noch nicht beschlossen waren.
Für Hessens Kommunen summieren sich die Ausfälle im Schätzzeitraum auf 1,482 Milliarden Euro. Dies liegt vor allem an gesenkten Prognosen für die Gewerbesteuer.
Hier die Zahlen im Überblick: